Aufgrund des laufenden Genehmigungsprozesses können momentan nur Proben für die Radioanalytik bis 1/100stel der Freigrenze angenommen werden!

Das Radionuklidlabor des CLG bietet Radionuklidanalysen und radiochemische Dienstleistungen in den Bereichen Alpha- und Gammaspektrometrie, Flüssigszintillationsmethoden, Brutto-Alpha- / Beta- und Oberflächenkontaminationsmessungen sowie eine große Bandbreite radiochemischer Methoden an.

Dabei werden alle Anforderungen der ISO 11929: 2010 (Bestimmung der charakteristischen Grenzen – Entscheidungsschwelle, Nachweisgrenze und Grenzen des Konfidenzintervalls) für Messungen ionisierender Strahlung vollumfänglich umgesetzt. Die für den Nachweis der analytischen Qualität maßgeblichen Informationen finden Sie in unseren Prüfberichten.

Unsere Dienstleistungen im Bereich Radioanalytik umfassen:

  • Radiochemie und Probenvorbereitung
  • Natürliche und künstliche Radionuklide in Feststoffen und Flüssigkeiten
  • Radioaktivität in Trinkwasser und Lebensmitteln
  • Radioaktivität in Baustoffen
  • Sondernuklidanalyse bei der Stilllegung kerntechnischer Anlagen

Unser Leistungsspektrum im Bereich der Radioanalytik, umfasst unter anderem folgende Nuklide:

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Die charakteristischen Größen, die die Qualität des analytischen Verfahrens wiedergeben (Erkennungs-, Nachweis- und Bestimmungsgrenzen) hängen von verschiedenen Faktoren, wie Probenvolumen bzw. -masse und dem entsprechenden Probenahmeverfahren ab.

Für eine Beratung zur aussagekräftigen Probenahme und den Annahmebedingungen im Radionuklidlabor können Sie uns gerne telefonisch bzw. per Email kontaktieren.

Natürliche RadionuklideKünstliche Radionuklide
U-238Cs-137
U-234H-3 (Tritium)
Th-230C-14
Ra-226Fe-55
Rn-222 (wässrig)Co-60
Pb-210Ni-63
Po-210I-131
Th-232I-129
Ra-228Sr-89,90
Th-228Am-241
U-235Pu-238,239,240,241
Ac-227Eu-152,154,155
Pa-231Np-237
K-40Cm-242,243,244
H-3 (Tritium)
C-14

Probenvorbereitung und radiochemische Abtrennung:

Die Probenvorbereitung und anschließende radiochemische Abtrennung des zu bestimmenden Radionuklids ist der wichtigste Schritt zur korrekten Durchführung von Radionuklidanalysen. Das Ziel ist die Herstellung eines Messpräparates, welches von störenden Matrixeffekten bzw. anderen Radionukliden befreit ist. Die Wiederfindungswerte bei radiochemischen Trennungen werden üblicherweise durch interne Standards (Standardadditionen bzw. Isotopenverdünnungsanalysen) bestimmt.

Das Chemische Labor Dr. Graser verfügt über die erforderliche Infrastruktur und Ausrüstung für die Probenvorbereitung und fachkundiges Personal mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der Radiochemie und Radioanalytik.

Unsere Laborausstattung umfasst unter anderem:

  • Oxidizer und Trockenschränke
  • Zerkleinerungsanlagen (Backenbrecher, Kugelmühlen, Schweibenschwingmühle)
  • Chemische und Mikrowellenaufschlussgeräte
  • Trennsysteme wie Zentrifugen

Für die radiochemischen Trennungsgänge verwenden wir folgende präparativen Schritte:

  • Verdampfung und Copräzipitation, um eine Aufkonzentration und Abtrennung der zu untersuchenden Radionuklide zu erreichen
  • Probenverbrennung (Oxidizer) zur Separation von C-14 und H-3 vor der Analyse per Flüssigszintillation
  • Abtrennung störender Radionuklide bzw. Separation von Radionukliden mit ähnlichen Energieniveaus vor der alpha-spektrometrischen Bestimmung von Uran, Plutonium und weiteren Radionukliden mittels Festphasenextraktion (SPE)
  • Selektive Trennung von Alpha- sowie Beta-Emittern mittels Ionenchromatographie
  • Elektrochemische Trennung (z. B. Elektroplatierung) und Mikrofällung

Radioaktivität in Trinkwasser und Lebensmitteln:

  • Analyse von Trinkwasserproben nach der Trinkwasserverordnung (Stand 2015 in Bezug auf radioaktive Parameter) und Bestimmung der Richtdosis
  • Bestimmung der Brutto-Alpha / Beta-Aktivitätskonzentration sowie des vollständigen Nuklidvektors in Wasser- und Lebensmittelproben
  • Bestimmung der Rn-222-Aktivitätskonzentration in Wasserproben

Stilllegung kerntechnischer Anlagen:

  • Nuklearmedizinische Einrichtungen
  • Forschungseinrichtungen und Labore, die sich mit radioaktiven Stoffen befassen
  • Kernkraftwerke

Typische Dienstleistungen in diesem Bereich sind:

  • Analyse typischer Sondernuklide, wie zum Beispiel H-3, Fe-55, Ni-63, Am-241, Cm-242 – Cm-244, Np-237, Pu-238, Pu-241
  • Volumenkontamination in Beton Verschiedene Flüssigkeiten, Öle, Säuren, wässrige Lösungen

Radioaktivität in Bauprodukten:

Eine Reihe von Baustoffen enthalten natürliche Radioaktivität, aus der sich eine erhöhte Strahlenbelastung für die Bevölkerung ergeben kann. Deshalb deckt das im Juli 2017 verabschiedete Strahlenschutzgesetz (StrSchG) in Kapitel 3 („Schutz vor Radioaktivität in Bauprodukten“) den Schutz vor Radioaktivität in Bauprodukten durch konkrete Festlegungen ab. Auf Grund dieses Gesetzes ergeben sich für Gewerbetreibende, die Bauprodukte herstellen oder Bauprodukte nach Deutschland einführen (Importeure), neue Anforderungen den Radionuklidgehalt dieser Waren zu überprüfen.

Bauprodukte, die der Überwachungspflicht unterliegen sind im StrSchG § 5 Abs. 6 definiert als:

„Baustoffe, Bausätze, Bauteile und Anlagen, die hergestellt werden, um dauerhaft als Wand-, Boden- oder Deckenkonstruktionen, einschließlich deren Bekleidungen, von Aufenthaltsräumen in Gebäuden eingebaut zu werden. Keine Bauprodukte sind kleinflächig und kleinvolumig verwendete Fertigprodukte wie Flickmörtel und Verfugungen.“

Für Hersteller und Importeure von Bauprodukten, bei deren Produktion Primärrohstoffe (nach Anlage 9 StrSchG) oder Rückstände (nach Anlage 1 StrSchG) eingesetzt werden, ergibt sich Handlungsbedarf hinsichtlich der Bestimmung der natürlichen Radioaktivität in den Bauprodukten.

Konkret bedeutet das, dass Primärrohstoffe nach Anlage 9 StrSchG und Rückstände nach Anlage 1 StrSchG der strahlenschutzrechtlichen Überprüfung unterliegen.

Primärrohstoffe sind:

  • Saure magmatische Gesteine sowie daraus entstandene metamorphe und sedimentäre Gesteine wie Granit, Syenit, Rhyolith, Trachyt, Granodiorit, Orthogneis, pyroklastischer Tuff und Bims
  • Sedimentgestein mit hohem organischem Anteil wie Öl-, Kupfer- und Alaunschiefer
  • Travertin

Rückstände sind:

  • Kiese und Sande aus der Grundwasseraufbereitung
  • Stäube und Schlämme aus der Rauchgasreinigung bei der Primärverhüttung in der Roheisen- und Nichteisenmetallurgie
  • Schlacken und Stäube z.B. aus der Gewinnung und Aufbereitung von Kupfererzen, Bauxit und anderen mineralischen Rohstoffen

§133 StrSchG fordert, dass Bauprodukte nur dann uneingeschränkt in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn die von ihnen ausgehende Exposition der Bevölkerung den Referenzwert für die Dosis von 1 mSv/a nicht überschreitet. Der Referenzwert der Dosis muss vor dem Inverkehrbringen des Produkts mit der voraussichtlichen Exposition durch das Bauprodukt verglichen werden.

Im Chemischen Labor Dr. Graser KG wird deshalb mit einem hochempfindlichen Gammaspektrometrie-Messplatz die spezifische Aktivität (§134 Abs. 1 StrSchG) der folgenden natürlichen Radionuklide bestimmt:

  • Radium-226 (226Ra),
  • Thorium-232 (232Th) und/oder Radium-228 (228Ra)
  • Kalium-40 (40K)

Mit den spezifischen Aktivitäten dieser Leitnuklide wird daraus der sogenannte Aktivitätsindex I (§ 135, Abs. 1, Satz 3 StrSchG) berechnet.

Ihr Ansprechpartner:

Dr. Carl-Heinrich Graser
Diplom Chemiker

E-Mail:
c-h.graser@labor-graser.de

Tel.: 09721 757632